SEELEN SPRECHEN OHNE WORTE – Duette für Violoncello und Klavier

Donnerstag, 28.11.2019; 20:00 Uhr

Auf dem Programm dieses Konzerts steht eine ausgewählte Sammlung russischer Musikschätze, die das Publikum in die Zeiten der Revolution und der Sowjetherrschaft versetzen. Einer Zeit in der Werke entstanden, die als wortlose Proteste und Symbole der Hoffnung und Liebe ihre Kraft entfalteten.

Der Cellist Gleb Pyšniak und der Pianist Gintaras Januševičius präsentieren hier ein so noch nie gehörtes Konzert, das nicht nur musikalischen Genuss verspricht, sondern gleichzeitig die Erinnerung an eine der bedeutendsten und auch grausamsten Epochen der russischen Geschichte hervorruft.

Das Leben und Wirken der Komponisten Nikolaj Mjaskowski, Igor Strawinski, Sergej Rachmaninow und Dmitrij Schostakowitsch war maßgeblich bestimmt durch die historischen Umbrüche in ihrer Heimat. Noch vor der Revolution geboren, gerieten sie auf unterschiedliche Weise in den Strudel der politischen Ereignisse, Verwerfungen und der stalinistischen Gewaltherrschaft. Allgemein bekannt ist der fortwährende quälende Konflikt Schostakowitschs mit Stalins System, von dem er sich distanzierte, dem er dennoch Hymnen schrieb – schreiben musste, um zu überleben – und das ihn über Jahre in Todesfurcht hielt. Rachmaninow und Strawinski verließen Russland nach der Revolution 1917 und lebten im Exil – Strawinski seit 1920 in Paris, ab 1934 als französischer Staatsbürger; Rachmaninow, bis dahin in seiner Heimat beliebt und erfolgreich, zunächst in der Schweiz und schließlich, zutiefst unglücklich, in den USA. Mjaskowski, Professor für Komposition am Moskauer Konservatorium, versuchte immer wieder, sich mit dem sowjetischen Komponistenverband zu arrangieren.

Das Konzert ist eine Hommage an die musikalische Strahlkraft und die menschliche Tapferkeit der Komponisten – und für das Publikum eine Möglichkeit, tiefe Emotionen zu erleben und dabei auch über Bedingungen künstlerischen Schaffens zu nachzudenken.

Programm

Nikolaj J. Mjaskowski (1881-1950) – Sonate für Cello und Klavier No. 2

Igor F. Strawinski (1892-1971) – Ausschnitte aus der „Suite Italienne“

Sergej W. Rachmaninow(1873-1943) – Andante aus der Sonate für Cello und Klavier, Op. 19

Dmitrij D. Schostakowitsch (1906-1975) – Sonate für Cello und Klavier, Op. 40

Biographien

Der aus Litauen stammende Cellist Gleb Pyšniak begann sein Musikstudium in seiner Heimat und studierte dann an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Mit vierzehn Jahren debütierte er als Solist mit dem Litauischen Kammerorchester in der Nationalen Philharmonie Litauens. Als gefragter Künstler und Solist ist er mittlerweile regelmäßig in großen Konzertsälen in ganz Europa zu hören: Concertgebouw Amsterdam, Wiener Musikverein, Casa da Musica of Porto, Fazioli Concert Hall in Italien, Teatro Verdi in Pisa, Lithuanian National Philharmonic usw. Er ist mehrfacher Preisträger von nationalen und internationalen Musikwettbewerben. Zu seinen bedeutendsten Erfolgen zählen die Würdigungen u.a. bei dem 4. Internationalen Karl Davidoff Cellisten-Wettbewerb, bei dem 6. Internationalen Antonio Janigro Cello – Wettbewerb, bei dem er mit dem 1. und dem Sonderpreis ausgezeichnet wurde, dem Accord Case.

Gintaras Januševičius wurde im Mai 2004 durch seinen Auftritt beim Halbfinale des Internationalen Musikwettbewerbs von Montréal berühmt. Bei fünfzehn weiteren Wettbewerben war er entweder Finalist oder Preisträger. Er ist mit namhaften Orchestern aufgetreten und nahm an mehreren internationalen Festspielen teil (Mozartfest Würzburg, Chopin-Festspiele Duszniki-Zdroj, Dresdner Musikfestspiele, Festival de Besançon). Unter den Instrumentalisten, mit denen er auftrat, seien hier nur Jörg Widmann, Leonid Gorokhov, Alexey Gorlatch, Schaghajegh Nosrati und Elsbeth Moser genannt. Januševičius gab Klavierabende in vielen Städten Deutschlands und Litauens sowie in Barcelona, London, Madrid, Moskau, New York, Paris, Rio de Janeiro, Rom, Shenzhen, Stockholm, Tel Aviv, Warschau, Washington, Wien und Zürich.

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